Nachgefragt: Single Source of Truth: Globale Lernplattform als zentrale Wissensquelle bei Stepstone

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Vor dem Hintergrund der digitalen Transformation und der zunehmenden globalen Vernetzung eröffnen sich für Unternehmen in der heutigen Zeit zahlreiche Möglichkeiten, effektive Zusammenarbeit auch über räumliche Entfernungen, Ländergrenzen und Zeitzonen hinweg zu ermöglichen. Die Welt ist durch nur einen einzigen Klick miteinander verbunden und bietet Unternehmen somit die große Chance, global zu expandieren und standortübergreifend zusammenzuarbeiten. Für eine maximale Effizienz ist es dabei entscheidend, die Mitarbeitenden auf einer zentralen Plattform zu versammeln – dieses gilt neben Arbeitsprozessen ebenso für Lernprozesse. Die Stepstone Group GmbH, die in über 25 Ländern vertreten ist, zielt mit der Einführung eines neuen digitalen Lernmanagementsystems (LMS) vor allem darauf ab, allen Mitarbeitenden weltweit individuelle Bildungsangebote anzubieten, die den eigenen Bedarfen entsprechen und ihre persönliche Weiterentwicklung fördern. In unserem Interview berichtet der Geschäftsführer der Solics GmbH Oliver Dangel, wie die Implementierung des neuen globalen LMS gelang.

eLearning Journal: Die Solics GmbH gewann gemeinsam mit der The Stepstone Group GmbH den eLearning AWARD in der Kategorie „LMS-Einführung“. Um eine nachhaltige und bedarfsgerechte Lernumgebung für die gesamte Belegschaft zu schaffen, wurde im Rahmen des Projektes ein globales Learning Management System implementiert. Aus welchen Gründen fiel die Wahl auf das Lern-Management-System von Cornerstone sowie Solics als Implementierungspartner?

Oliver Dangel: Stepstone hatte sich im Rahmen des Softwareauswahlverfahrens intensiv Gedanken darüber gemacht, was eine neue, global Lernumgebung alles leisten können soll. Es soll für Administratoren genauso funktionsreich und attraktiv sein wie für Lernende und Führungskräfte. Zudem soll sie es ermöglichen, globale Prozesse zu steuern aber auch lokale Anforderungen und Prozessvarianten zuzulassen. Darüber hinaus sollten umfangreiche Reports selbst erstellt werden können. Diese und viele Anforderungen mehr hatte am Ende nur Cornerstone mit ihrem Lern-Management-System zu bieten. Die Solics GmbH ist seit 2012 der erste, zertifizierte Beratungs- und Implementierungs¬partner von Cornerstone in der DACH-Region. Die Erfahrung, Professionalität, Serviceumfang und Kundenzufriedenheit, die Solics bereits im Auswahlprozess bewiesen hatte, führte dann zu der Erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen Stepstone und Solics.

eLearning Journal: Wie muss man sich die Einführung eines Cornerstone Lern-Management-Systems generell vorstellen?

Oliver Dangel: Es beginnt damit, dass Solics mit dem Kunden genau abstimmt, welche Leistungen der Kunde selbst erbringen kann und möchte (= Eigenleistung) und welche Services von Solics komplementär dazu gebucht werden. Dabei achten wir sehr genau darauf, dass alle relevanten Themen und Aufgaben klar einer verantwortlichen Partei zugewiesen sind. Bezüglich der Zeitlichkeit orientieren wir uns i.d.R. ans unserem 12-Wochen Fahrplan, der mehrere Iterationen beinhaltet. Welche Aufwände dabei auf das Kundenteam zukommen, können wir dabei genau ausweisen und somit sicherstellen, dass seitens des Kunden die Kapazität für die vereinbarte Mitwirkung vorhanden ist.

Unser Ziel ist es, dass der Kunde nach dem Implementierungsprojekt eine Selbständigkeit erlangt, die den weiteren Betrieb des Systems auch ohne unser Zutun ermöglicht. Dafür arbeiten wir gemeinsam in Workshops und Schulungen zusammen, um die Kundenanforderungen mit den Möglichkeiten der Lösung in Einklang zu bringen. Die Konfiguration des Systems gem. der Workshop-Ergebnisse übernimmt dabei Solics. Daraus ergibt sich schließlich ein Configuration-Workbook womit der Kunde sein finales Live-System selbst konfigurieren kann, ohne dass dafür spezielles IT-Know-How notwendig wäre. An die Live-System Konfiguration schließt sich dann ein User-Acceptance-Test (UAT) an, in dem quasi ein Go-Live simuliert und das System auf Herz und Nieren geprüft wird. Somit sind unsere Kunden für ihren Go-Live stets gut gerüstet.

eLearning Journal: Das bei Stepstone implementierte LMS dient nun als „Single Source of Truth“ für alle Lerninhalte – was hat es mit dieser Bezeichnung auf sich?

Oliver Dangel: In der Vergangenheit wurden Weiterbildungsmaßnahmen in verschiedenen Ländern and verschiedenen Orten auf verschiedene Arten durchgeführt und gar nicht oder nur unzureichend dokumentiert. Durch die Einführung eines globalen Lern-Management-Systems, das gleichzeitig alle relevanten E-Learning Inhalte anbietet und zudem auch für lokale Präsenztrainings eingesetzt werden kann, ist es nun möglich, ein vollständiges Lerninventar für jeden Mitarbeitenden in einer zentralen Software verfügbar zu haben. Dadurch ist das global LMS nun die Quelle der Wahrheit bezogen auf Weiterbildungmaßnahmen der Mitarbeitenden.

eLearning Journal: Welche Erfolgsfaktoren sehen Sie bei Solics generell für den Erfolg einer LMS-Einführung?

Oliver Dangel: Prinzipiell müsste man erstmal definieren, was unter Erfolg zu verstehen ist. Das definiert natürlich jeder Kunde für sich anders, aber im Wesentlichen läuft es auf folgende Kriterien hinaus:

  • in time: Wurde der Zeitplan eingehalten und war der Go-Live entspr. des Plans
  • in budget: Wieviel hat das Projekt am Ende gekostet im Vergleich zum ursprünglichen Plan und Vertrag?
  • in scope: Konnte mit der Lösung alles umgesetzt werden, was man als Anforderungen im Projekt bearbeitet hat?
  • Akzeptanz: Nutzen die Mitarbeitenden sowie die Trainingsverantwortlichen das System im gewünschten Maß?

Nun zu den Erfolgsfaktoren bzw. Best-Practices:

  • in time: Um den Zeitplan einhalten zu können muss sichergestellt werden, dass die vereinbarte Eigenleistung des Kunden fristgerecht erbracht wird. Oftmals sind das „nur“ Entscheidungen, die getroffen werden müssen. Im Falle von einem knackigen 12-Wochen Einführungsprojekt müssen Entscheidungen eben auch von einer auf die nächste Woche getroffen werden.
  • in budget: Die Einführungsprojekte von Solics werden i.d.R. als Festpreis angeboten. Darüber hinaus beinhalten die Verträge i.d.R. noch ein flexibel nutzbares Consulting-Budget, das zum Zuge kommt, wenn vorher nicht vereinbarte Leistungen von Solics erbracht werden sollen. Dadurch liegen 99% unserer Projekte „in budget“.
  • in scope: Durch die sehr hohe Flexibilität und den massiven Funktionsumfang von Cornerstone sind wir fast immer in der Lage, die Kundenanforderungen zu realisieren. Dennoch muss im Rahmen des Projekts auf das Leistbare geachtet werden, damit man sich nicht verzettelt.
  • Akzeptanz: Zwei Schlüsselwörter sind hier besonders erfolgsentscheidend: Change Management und Lernkultur. Stepstone hat in dem Projekt vorbildlich gezeigt, wie die Einführung des Systems verbunden mit den darin enthaltenen Inhalten zu einem positiven Erlebnis werden kann. Eine Schlüsselfunktion kommt den Vorgesetzten zu, denn sie sollen nicht nur Lernen ermöglichen sondern dieses aktiv promoten. Wichtig dabei: Eine gewünschte Lernkultur zu schaffen erfolgt nicht über Nacht und auch nicht automatisch durch die Einführung eines LMS. Es braucht kontinuierliches Engagement, um die Nachhaltigkeit der Investition in System und Inhalte zu gewährleisten.

eLearning Journal: Das Stepstone-LMS wurde in den Sprachen Deutsch, Englisch, Niederländisch, Spanisch und Französisch ausgerollt. Welche speziellen Herausforderungen sehen Sie in der Sprachenvielfalt der Nutzer:innen eines solchen Systems?

Oliver Dangel: Zuerst wird man sich im Projekt-Team auf eine gemeinsame Sprach einigen. Bei Stepstone, wie bei vielen anderen Kunden, viel die Wahl auf Englisch. Nachfolgend wurden alle Projektaktivitäten (Workshops, Schulungen) in Englisch durchgeführt und Unterlagen (z.B. kundenindividuelle Handbücher und Guides) ebenso in Englisch erstellt. Im Fall von Stepstone haben wir zum Go-Live die kundenindividuellen Trainingsadmin-Handbücher zusätzlich in Deutsch verfügbar gemacht – einfach aufgrund der großen Anzahl an deutschen Admins.

Dass die Softwarelösung selbst in mehreren Sprachen verfügbar ist, sollte eigentlich selbstverständlich sein. Mit den mehr als 40 Sprachen, mit denen Cornerstone lizenziert werden kann, waren die aktuellen und künftigen Sprachanforderungen von Stepstone vollständig abgedeckt.

Im Einführungsprojekt ergeben sich darüber hinaus oft noch Korrekturen und Erweiterungen in der Software, die übersetzt werden müssen. Für diesen kleinen Teil an Übersetzungen nutzt man i.d.R. die Projektmitglieder oder Mitarbeitenden in den Personalabteilungen der jew. Länder.

Selbstverständlich muss man auch bei den eingekauften bzw. selbst produzierten Inhalten darauf achten, dass diese mehrsprachig zur Verfügung stehen. Nur so können Lernende ein positives Gesamterlebnis in ihrer Sprache erfahren: System + Lerninhalte, alles aus einem Guss.

eLearning Journal: Welche Dienstleistungen bietet Solics generell an und welche kamen bei dem Projekt mit Stepstone nicht zum Einsatz und weshalb?

Oliver Dangel: Solics bietet seinen Kunden alle Services, die dazu führen, dass die Kunden ihre passende HR-Software finden, einführen und betreiben können. Stepstone hatte die Softwareauswahl in dem Fall in Eigenregie durchgeführt. Andere Kunden nutzen hier bereits die Expertise von Solics.

Bei der Einführung lag de Fokus auf den fachlichen, funktionalen Learning-Themen. im technischen IT-Bereich wurde lediglich eine Single Sign-On Anbindung realisiert sowie die Datenversorgung aus dem HR-Stammdatensystem via Rest API programmiert. Andere Kunden haben oft noch eine oder mehrere Datenmigrationen als Altsystemen, die wir gerne übernehmen.

Den Betrieb des Systems gestaltet Stepstone wunschgemäß sehr eigenständig. Den üblichen Produktsupport übernimmt dabei Cornerstone. Darüber hinausgehende Beratungsthemen werden ad-hoc von Solics übernommen.

Das Stepstone-Projekt konzentrierte sich – wie bereits erwähnt – zu 100% auf Learning-Themen. Viele Kunden nutzen sonst oft noch weitere Module von Cornerstone, die wir sonst in derselben Art und Weise mit unseren Kunden einführen. Zu den verfügbaren Modulen zählen: Recruiting & Onboarding, Core HR (Stammdaten- und Org-Management), Performance Management (Mitarbeitergespräche, Zielvereinbarungen, etc.), Succession Management und Compensation.


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