IFBB - Institut für Betriebliche Bildung

In der digitalen Transformation bekommt die betriebliche Weiterbildung zunehmend eine Schlüsselrolle

Nach einer fast dreijährigen Vorlaufphase hat Siepmann Media im Spätsommer 2020 als Spin-off das private Forschungsinstitut „IFBB – Institut für betriebliche Bildung“ gegründet. Das IFBB beteiligt sich an F&E-Projekten zur digitalen Transformation der betrieblichen Bildung und macht es sich zur Aufgabe, die ungelöste Transferfrage zwischen der Wissenschaft auf der einen und der betrieblichen Praxis auf der anderen Seite zu adressieren.

Die rapide voranschreitende Digitalisierung als auch die zunehmende Verbreitung von Künstlicher Intelligenz (KI) bieten sowohl Unternehmen als auch Beschäftigten neue Gestaltungsmöglichkeiten, stellen jedoch gleichzeitig für beide Seiten auch eine enorme Herausforderung dar. Die Nationale Weiterbildungsstrategie (2019) stellt vor diesem Hintergrund folgerichtig fest: „Der betrieblichen Weiterbildung kommt eine Schlüsselrolle dabei zu, die arbeitsmarkt- und sozialpolitischen Herausforderungen der digitalen Transformation aktiv zu gestalten. Betriebliche Weiterbildung ist die Voraussetzung einer vorausschauenden Fachkräfte- und Innovationspolitik. Sie wird damit zunehmend zu einem Kernelement der strategischen Personalplanung in der betrieblichen Praxis.“

Arbeiten und Lernen in einer Weiterbildungsgesellschaft

Die Digitalisierung der Arbeitswelt gestaltet die betriebliche Weiterbildung neu. Wie in früheren epochalen Umbrüchen werden arbeitsorganisatorische und qualifikatorische Anforderungen weitgehend durch technologische Innovationen bestimmt, nicht aber die Art und Weise der Qualifizierung und beruflichen Bildung. In der digitalen Transformation steht die betriebliche Weiterbildung im Mittelpunkt: Arbeitsgebundenes Lernen wird zu einem konstitutiven Bestandteil der Arbeit, Lernkonzepte wie eLearning, neue Lernformen und digitale Kompetenzen werden eingeführt, die Arbeit wird lern- und kompetenzförderlich gestaltet. Dies geschieht vor dem Hintergrund des bereits in den 1980er-Jahren einsetzenden Wandels von der Ausbildungsgesellschaft zur Weiterbildungsgesellschaft. In dieser stellt die berufliche Weiterbildung den größten Bildungsbereich dar, die betriebliche Weiterbildung wiederum den mit Abstand größten Weiterbildungsbereich. Ausgewiesene Weiterbildungsstandards im Betrieb sind mit dem Bildungssystem zu verzahnen und stärken das lebenslange Lernen und die Bildungsbereitschaft der breiten Bevölkerung in der Weiterbildungsgesellschaft. Das Institut für Betriebliche Bildung (IFBB) steht in diesem Kontext.

Community of Practice – 5 Schalenmodell „Betriebliche Bildung”

Als Spin-off von Siepmann Media verfügt das IFBB über ein umfangreiches Erfahrungswissen und anerkannte Expertise zur digitalen Transformation der betrieblichen Bildung sowie über Zugriff auf eines der größten unmittelbaren Netzwerke mit projetverantwortlichen Akteuren der Aus- und Weiterbildung. Bereits seit mehr als 15 Jahren thematisiert und dokumentiert Siepmann Media als führender Fachverlag die digitale Transformation in Unternehmen und Organisationen.

Vor diesem Hintergrund gibt Siepmann Media seit 2005 crossmediale Publikationen heraus: das „eLearning Journal“ (seit 2005, Reichweite: 150.000+ weiterbildende Fachkräfte), das Jahrbuch „Wissensmanagement & eLearning“ (seit 2010) sowie die eLearning BENCHMARKING Studie (seit 2014). In diesen Publikationen werden Trends, Entwicklungen und Innovationen in der Aus- und Weiterbildung von Unternehmen und Organisationen sichtbar gemacht. Darüber hinaus organisiert Siepmann Media seit 2012 jährlich mit der eLearning SUMMIT Tour einen überregionalen, überbetrieblichen und praxisorientierten Erfahrungs- und Erkenntnisaustausch sowohl in der Präsenz als auch im digitalen Raum. Allein im Jahr 2020 hat die eLearning SUMMIT Tour in über 35 hybriden Kongressen, Konferenzen und virtuellen Formaten Begegnungsräume für über 12.500 weiterbildende Fachkräfte, Wissenschaftler und Akteure der Berufs- und Weiterbildung aus Deutschland, Österreich und der Schweiz geschaffen.

Im Januar 2018 entstand unter der Beteiligung von Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen und 70+ weiteren Branchen-Akteuren aus eLearning-anwendenden Unternehmen und Organisationen die Community of Practice (CoP) „Betriebliche Bildung“ sowie im Sommer 2020 schließlich die Ausgründung des Start-ups „IFBB – Institut für Betriebliche Bildung“. Die CoP „Betriebliche Bildung“ ist eine Praxisgemeinschaft, strukturiert in einem 5-Schalen-Modell, die auf der Basis der Entwicklung der digitalen Transformation der betrieblichen Bildung u.a. weiterbildende Fachkräfte, IT-Professionals, Personalentwickler, Weiterbildner und eLearning-Manager, sowohl aus Großunternehmen als insbesondere auch aus KMU, zusammenbringt. Über einen bloßen Erfahrungsaustausch hinausgehend, werden systematische und nachhaltige Erkenntnisse angestrebt, die es ermöglichen, die digitale Entwicklung der betrieblichen Bildung situativ und strategisch zu erfassen und mit dem eLearning und der digitalen Kompetenzentwicklung zu verschränken. Das IFBB ist in der Community of Practice aktiv.

Ungelöste Transferfragen

In dem Bereich der betrieblichen Bildung gibt es eine ungelöste Transferfrage zwischen der Wissenschaft auf der einen und der betrieblichen Praxis auf der anderen Seite. Weiterbildungsstrategien und –maßnahmen in Unternehmen entwickeln sich häufig in einem aufwendigen, betrieblichen Trial-and-Error-Prozess, der an die vorhandenen Kompetenzen der beteiligten Fachkräfte gebunden ist, zugleich aber einen starken Bedarf für einen überbetrieblichen Erfahrungsaustausch zeigt. Viele weiterbildende Fachkräfte wünschen sich bei der Projektkonzeption, im Projektverlauf oder bei der Projektevaluation eine direkte Einbeziehung von überbetrieblicher Expertise, zum Beispiel für die Deutung von Projektverläufen, für Wirkungsprognosen neuer Lernszenarien oder bei der Durchführung von Kompetenzerwerb im Arbeitsprozess.

Auf der anderen Seite ist festzustellen, dass die Praxis der Wissenschaft in vielen Anwendungs- und Verwendungsbereichen vorauseilt. Empirische Analysen und Studien erfassen die Digitalisierung der Arbeitswelt nur begrenzt, zentrale Aktions- und Handlungsfelder der digitalen Transformation, wie die digitale Kompetenzentwicklung, die Tätigkeit weiterbildender Fachkräfte und die Rolle der Stakeholder, sind blinde Flecken in der Forschungslandschaft. Im Sinne der Aktions- und Verwendungsforschung ist hier ein wechselseitiger Transfer auf Augenhöhe erforderlich, in den sich das IFBB eingebettet sieht. Dabei folgt das IFBB nicht vorrangig technischen und ökonomischen Zielsetzungen der digitalen Transformation der betrieblichen Bildung, die bei Forschung und Entwicklung in diesem Bereich allzu oft im Mittelpunkt stehen. Vielmehr strebt das IFBB ein ganzheitliches Verständnis der Thematik an, in dem explizit auch die Rolle und Bedarfe von Beschäftigten berücksichtigt werden.

Diese Herausforderungen werden das IFBB und die daran angedockte CoP adressieren. Zu den selbstgesteckten Zielen gehören insbesondere die Initiierung sowie Begleitung von praxisorientierter Handlungs- und Verwendungsforschung als formativer Transferpartner, die Dissemination von praxisrelevanten Projektergebnissen als summativer Transferpartner, die Begleitung der Implementierung von marktrelevanten Innovationen in die betrieblichen Bildung (z.B. Innovation Hub, Living Lab) sowie als Think Tank als Bindeglied zur berufsbildungspolitischen Ordnungsarbeit unter Einbeziehung der Sozialpartner.

Handlungs- & Verwendungsforschung

Zu den primären Aufgaben des IFBB gehört die Verzahnung von Stakeholdern der betrieblichen Bildung mit der Wissenschaft sowie mit Akteuren der Berufs- und Weiterbildung. Diese Verzahnung wird über die Initiierung von bzw. Beteiligung an F&E-Projekten, die Betreuung und Weiterentwicklung der CoP „Betriebliche Bildung“ sowie durch Öffentlichkeitsarbeit und Agenda Setting umgesetzt.

Das IFBB beteiligt sich an öffentlich geförderten F&E-Projekten zur digitalen betrieblichen Entwicklung und partizipiert so unmittelbar an innovativen Erkenntnisfortschritten in der betrieblichen Digitalisierung. Dabei folgt das IFBB den Grundsätzen der Verbindung von Wissenschaft und Praxis, der Zusammenführung von Erfahrungs- und Theoriewissen und der tendenziellen Aufhebung der Trennung zwischen Forschern und Praxis-Professionals. Grundlegend geht es um den Bezug des Forschungsprozesses auf Handlungen und deren Rückbezug nach praktischen Entwicklungen auf den Forschungsprozess. Zugespitzt setzt das IFBB zur Praxis-Wissenschaft-Kommunikation auf den Ansatz des Design Based Research (DBR), der als Fortentwicklung der Aktionsforschung zu verstehen ist. Der Forschungsansatz ist besonders für komplexe, weitgehend unbestimmte Entwicklungen geeignet und verspricht in der Praxis eine hohe Akzeptanz und Wirkung. Methodologisch ist der Ansatz in Verbindung mit Verfahren des Design Thinkings und der Agilität zu sehen.

Der interdisziplinäre Beirat erweitert unseren Blickwinkel

Zur Unterstützung dieser anspruchsvollen Arbeit hat das IFBB einen Beirat berufen, der mit seiner Besetzung die wichtigsten wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Kräfte dieses komplexen Forschungs- und Entwicklungsfeldes weitgehend widerspiegelt. Personell sind im Beirat die auf die betriebliche Bildung fokussierten, wissenschaftlichen Disziplinen, die öffentlich finanzierte Forschungsinstitute und die Sozialpartner vertreten. Da die betriebliche Bildung in Deutschland zudem starke Übereinstimmungen mit der in Österreich und der Schweiz aufweist und alle drei Länder weltweit ein einzigartiges Berufsbildungssystem besitzen, sind auch sie im Beirat vertreten.

Darüber hinaus wird das IFBB die bereits bestehenden Strukturen der CoP „Betriebliche Bildung“ ausbauen. In Roundtables und Think Tanks werden kontinuierlich die akuten Bedarfe ermittelt, Handlungsempfehlungen sowie Leitfäden entwickelt und gemeinsam Standards für die betriebliche Bildung definiert, die insbesondere Gemeinsamkeiten und Stärken der Aus- und Weiterbildungslandschaften in Deutschland, Österreich und der Schweiz in den Blick nehmen und auf diesen aufbauen. Außerdem wird die CoP in Forschungsprojekten des IFBBs als Schnittstelle für den formativen Transfer dienen. Dadurch kann das IFBB in Verbundprojekten während der gesamten Projektlaufzeit differenziert relevante Akteure und Stakeholder der betrieblichen Bildung (u.a. Personalabteilung, Betriebsrat, Führungskräfte, Weiterbildungsverantwortliche, Beschäftigte) adressieren, um die Bedarfe und Bedenken von Unternehmen frühzeitig identifizieren und in das Projekt einließen lassen zu können. Zusätzlich können über die CoP Milestone-Ergebnisse iterativ auf Praxisrelevanz- und -tauglichkeit geprüft werden.

Daneben wird das IFBB seine wissenschaftliche Expertise in das operative Geschäft von Siepmann Media einbringen. Konkret wird das IFBB die Konzeption, Deutung und Auswertung der jährlichen eLearning BENCHMARKING Studien unterstützen, die mit über 1.500 Studienteilnehmern Kennzahlen aus der ganzen Welt generiert. Des Weiteren wird Siepmann Media zur Evaluation des eLearning AWARDs auf die Expertise und Kompetenzen des IFBBs zurückgreifen.

Mit freundlichen Grüßen,

Frank Siepmann
Institutsleiter IFBB

Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats

Prof. Dr. Peter Dehnbostel

Forschung und Lehre an der TU Dortmund mit den Schwerpunkten ›Berufliche Weiterbildung‹ und ›Betriebliches Bildungsmangement‹.

TU Dortmund - Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaft und Berufspädagogik

Beiratsmitglieder

Mario Patuzzi

Referatsleiter Grundsatzfragen der Beruflichen Bildung und Weiterbildung

DGB Bundesvorstand

Tobias Lohmann

Sprecher der Geschäftsführung

BNW - Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft

Prof. Dr. Niels Pinkwart

Wissenschaftlicher Direktor des Forschungsbereichs Educational Technology Lab

DFKI - Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz

Dr. Ute Leber

Forschungsbereich „Betriebe und Beschäftigung“

IAB - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit

Prof. Dr. Peter Schlögl

Research Director

ÖIBF - Österreichisches Institut für Berufsbildungsforschung



Michaela Evans

Direktorin des Forschungsschwerpunktes Arbeit & Wandel

IAT - Institut für Arbeit und Technik



Prof. Dr. Philipp Gonon

Professor of Vocational Education and Training

Universität Zürich

Prof. Dr. Uwe Elsholz

Prorektor für Weiterbildung, Transfer und Internationalisierung

Fernuniversität Hagen

Community of Practice (CoP) „Betriebliche Bildung“

Die Community ist eine Praxisgemeinschaft, die auf der Basis der eigenen betrieblichen Entwicklung des eLearnings und der Digitalisierung mit anderen IT-Professionals, Personalentwicklern und Weiterbildnern einen Austausch und einen Erkenntnisgewinn anstrebt. Dabei werden wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Handlungs- und Verwendungsforschung gezielt aufgenommen und praxisverschränkt weiterentwickelt. Es werden gezielt Themenexperten und externe Wissensträger hinzugezogen.

Link zur CoP

F&E Unternehmensnetzwerk „Betriebliche Bildung“

Über 70 Projektverantwortliche aus eLearning einsetzenden Unternehmen und Organisationen erarbeiten in F&E Projekt- und Arbeitsgruppen überbetrieblichen Erkenntnisgewinn zu erfolgsrelevanten Faktoren der Digitalen Transformation der Betrieblichen Bildung.

Link zum F&E-Netzwerk

Mitgliederlogin

Ansprechpartner

Mathias Fleig
IFBB – Institut für Betriebliche Bildung

mathias.fleig@i-f-b-b.de
Telefon: 04746 / 726 885

Impressum

IFBB – Institut für Betriebliche Bildung GmbH
Zum Dorfe 28
27628 Hagen im Bremischen
Telefon: 04746 / 726 885

info@i-f-b-b.de

Ust-ID: DE336105394









Zur Werkzeugleiste springen