
Learning Management Systems (LMS) haftete über viele Jahre hinweg der Ruf an, vor allem funktional, aber nur bedingt nutzerfreundlich zu sein. Eine komplexe Bedienlogik, wenig ansprechende Benutzeroberflächen und ein hoher administrativer Aufwand gehörten lange Zeit zu den typischen Kritikpunkten klassischer LMS.
Bereits in unserem vorherigen Testbericht in 2020 positionierte sich das LMS blink.it bewusst als Gegenentwurf. Statt einer möglichst breiten Funktionsabdeckung verfolgte blink.it einen klar fokussierten Ansatz, bei dem die Benutzerfreundlichkeit und eine einfache, intuitive Nutzung im Mittelpunkt standen. Zentrale Elemente dieses Konzepts waren eine reduzierte, kachelbasierte Benutzeroberfläche sowie die sogenannten „Blinks“, wie die kurze, in sich abgeschlossene Lerneinheiten der Plattform heißen, die sich am Micro Learning-Ansatz orientieren und insbesondere für die mobile Nutzung konzipiert sind.
Fünf Jahre später, hat sich der LMS-Markt deutlich weiterentwickelt und gerade beim Thema Benutzerfreundlichkeit haben die meisten Systeme große Fortschritte gemacht. In unserem neuen Testbericht stellt sich daher die Frage, ob blink.it seinen Vorsprung bei der Usability halten oder sogar weiter ausbauen konnte sowie welche neuen Features das LMS für seine Nutzer noch einfacher machen.
Seit Januar 2025 ist die blink.it GmbH zudem Teil der VEDA Group. Das Learning Management System ist sowohl weiterhin als eigenständige Lösung erhältlich als auch im Zusammenspiel mit der VEDA HR Suite verfügbar, wodurch sich zusätzliche Einsatzmöglichkeiten im Kontext integrierter HR- und Lernprozesse ergeben.
Lerninhalte im Blink-Format
Unser aktueller Test zeigt, dass sich blink.it nicht auf den Lorbeeren ausgeruht, sondern die Benutzeroberfläche sowie Usability konsequent weiterentwickelt hat. Die gesamte Benutzeroberfläche wirkt noch aufgeräumter, konsistenter und auf das Wesentliche reduziert, wodurch sich Nutzer schnell orientieren können. Auf der Startseite werden dem Lerner die eigenen Kurse aufgelistet und können mit wenigen Klicks bei Bedarf mit einem Klick nach Kategorien gefiltert werden.
Sowohl für die Kurse als auch die Lerninhalte setzt die Plattform weiterhin auf die bekannte Kachel-Struktur bzw. die namensgebenden „Blinks“. Jeder Kurs setzt sich aus mehreren Blinks zusammen, das sind kleine inhaltliche Einheiten, die in der Regel einen in sich geschlossenen Lernimpuls darstellen und sich grob mit einer „Seite/Page“ anderer Kursstrukturen vergleichen lassen. Jeder Blink kombiniert normalerweise verschiedene Gestaltungselemente wie Text, Bild, Video oder interaktive Aufgaben und kann um weiterführende Materialien ergänzt werden. Inhaltlich sind Blinks so konzipiert, dass sie innerhalb weniger Minuten bearbeitet werden können und damit eine flexible Integration in den Arbeitsalltag ermöglichen. Durch diese klare Struktur entsteht ein modularer Kursaufbau, bei dem Lerninhalte schrittweise und nachvollziehbar erschlossen werden. Auch bei den Kursen wurde die Navigation weiter optimiert. Das neue Inhaltsverzeichnis bietet jederzeit eine Orientierung, wo man sich im Kurs befindet, und ermöglicht ein gezielter Wechsel zwischen den Blinks. Mit einer klaren Farbgebung wird in der Übersicht des Kurses auf einen Blick deutlich, welche Blinks bereits bearbeitet wurden und mit welchem Blink man weitermachen kann, sodass Lernende auf jederzeit nachvollziehen können, welche Inhalte noch ausstehen und wo sie ihren Lernprozess fortsetzen können.
Administration leichtgemacht

Die Benutzerfreundlichkeit endet bei blink.it jedoch nicht bei der Lernerperspektive, sondern setzt sich konsequent in der Kurserstellung und Administration fort. Neue Blinks lassen sich mit wenigen Klicks anlegen und über eine klar strukturierte Auswahl unterschiedlicher Inhaltselemente gestalten. Neben klassischen Text und Bildelementen können unter anderem Dateien wie Videos, PDFs oder SCORM Pakete eingebunden, interaktive Elemente wie Quiz oder Umfragen ergänzt sowie externe Inhalte per Link integriert werden. Auch eigene Videoaufnahmen lassen sich direkt innerhalb der Plattform erstellen und einfügen. Die Gestaltung folgt dabei einem einheitlichen Muster, sodass Autoren ohne längere Einarbeitung eigenständig Lerninhalte strukturieren und veröffentlichen können.
Charakteristisch ist zudem, dass blink.it weiterhin keine strikte Trennung zwischen Lern- und Administrationsoberfläche vorsieht. Mit einem einfachen Klick kann jederzeit zwischen der Lerner- und der Administratorenperspektive gewechselt werden. Dadurch bleibt die Umgebung konsistent und Autoren sehen ihre Inhalte stets aus derselben Perspektive wie die Lernenden, was die inhaltliche Gestaltung und Qualitätssicherung erleichtert.
Der neue AI Coach, dein Freund und Helfer
Neben der weiter optimierten Benutzerfreundlichkeit ist eine weitere Neuerung der sogenannte „AI Coach“. Dabei handelt es sich um einen integrierten Chatbot, der direkt in Kurse eingebunden werden kann und Lernenden als zusätzlicher Ansprechpartner zur Verfügung steht. Statt lediglich allgemeine Antworten zu liefern, besteht die Möglichkeit, den AI Coach mit firmeneigenen Dokumenten und Wissensquellen zu verknüpfen. Auf diese Weise können unternehmensspezifische Inhalte in die Antworten einfließen, sodass Lernende kontextbezogene und organisationsspezifische Rückmeldungen erhalten.
Im praktischen Einsatz fungiert der AI Coach damit weniger als Ersatz für Lerninhalte, sondern vielmehr als ergänzende Unterstützung während der Bearbeitung eines Kurses. Lernende können Verständnisfragen stellen, Inhalte vertiefen oder sich zusätzliche Erklärungen geben lassen, ohne den Kurs verlassen zu müssen. Gerade in Szenarien, in denen Prozesse, Richtlinien oder interne Standards vermittelt werden, kann die Anbindung an firmeneigene Wissensquellen einen zusätzlichen Mehrwert bieten.
Fazit
Der aktuelle Test zeigt, dass blink.it seinen ursprünglichen Anspruch bei der Usability nicht nur beibehalten, sondern konsequent weitergeführt hat. Die Plattform überzeugt weiterhin durch eine klare Struktur, eine reduzierte und konsistente Benutzeroberfläche sowie eine intuitive Kurs- und Administrationslogik. Das überarbeitete Interface, die optimierte Navigation innerhalb der Kurse sowie die einfache Erstellung und Veröffentlichung von Blinks stärken den ursprünglichen Kern der Plattform. Mit dem AI Coach wurde darüber hinaus eine Funktion integriert, die den Lernprozess sinnvoll unterstützen kann, insbesondere dann, wenn firmenspezifisches Wissen eingebunden wird und Lernende kontextbezogene Antworten erhalten. Aus diesen Gründen zeichnet die Redaktion des eLearning Journals das Learning Management System „blink.it“ der blink.it GmbH mit einem Score von 87 Punkten mit der Note „Sehr gut“ aus.



