Erfolgsfaktor Lernen: Transformation erfolgreich gestalten
Lernen als Motor für Innovation und Fortschritt

Veränderung beginnt nicht mit Technologie, sondern mit Vertrauen – und mit Menschen, die bereit sind, Neues zu lernen. Das Projekt PLATON von der Daimler Truck AG und Siemens Digital Industries Software zeigt, wie digitale Transformation gelingt, wenn Lernen als strategischer Erfolgsfaktor gedacht wird. Das Lernprogramm zum Umstieg auf PLATON setzt auf Empowerment: Rollenbasierte Lernpfade, praxisnahe Szenarien und kurze Lernimpulse begleiten den weltweiten Umstieg auf das neue Produktdatenmanagement-System (PDM) Teamcenter. Ein Konzept, das Fachwissen, Akzeptanz und Wandel miteinander verknüpft und den Beweis liefert, dass Weiterbildung der entscheidende Hebel für nachhaltige Systemeinführungen ist.

Wenn Unternehmen globale Wertschöpfungsketten digitalisieren, stehen sie vor einer dreifachen Herausforderung: Technologien müssen migriert, Prozesse harmonisiert und Menschen befähigt werden – weltweit, parallel und ohne Produktivitätsverlust. Die Abspaltung der Daimler AG in Daimler Truck AG und Mercedes-Benz AG machte neue, eigenständige Produktdatenprozesse erforderlich. Gleichzeitig stiegen Komplexität, Integrationsdruck und Anforderungen an globale Zusammenarbeit. Das seit über 20 Jahren genutzte SMARAGD war dafür nicht mehr skalierbar und zu wenig nutzerfreundlich. Mit PLATON – einem global harmonisierten PDM/PLM-Backbone auf Basis von Siemens Teamcenter Active Workspace – schafft Daimler Truck nun die Grundlage für durchgängige Entwicklungsprozesse über den gesamten Produktlebenszyklus. In Kooperation mit Siemens Digital Industries Software, einem globalen Anbieter für industrielle Automatisierung und digitale Produktentwicklung, wurde ein Lern- und Qualifizierungskonzept entwickelt, das Lernen als festen Bestandteil des Change-Managements versteht.

Der Fokus lag nicht nur darauf, Anwender:innen auf das neue System vorzubereiten, sondern eine skalierbare Lernarchitektur zu schaffen, die Wissen kontextbezogen und praxisnah vermittelt. Das PLATON-Enablement-Team entwickelte dazu neben einer breit aufgestellten Kommunikationsinitiative auch eine Learning Journey, die von Awareness-Formaten über rollenbasierte Lerneinheiten bis zu just-in-time abrufbaren Mikrolerninhalten reicht. Durch die enge Verbindung von Kommunikation, Training und Performance Support entstand ein e-Learning-Konzept, das Veränderung als Lernchance begreift und neue Maßstäbe für digitale Befähigung in globalen Projekten setzt.

Design trifft Didaktik – Lernen mit System: Das durchdachte Interface der Lernplattform verbindet technologische Präzision mit didaktischer Klarheit.

Erfolgsfaktor: Agiles und digitales Lernökosystem

Unterschiedliche Systemlandschaften, gewachsene Prozesse und heterogene Datenschnittstellen verursachten hohe Aufwände in Konstruktion, Freigabe und Qualitätssicherung. Gleichzeitig stiegen Komplexität, Anforderungen an Datenkonsistenz, Systemintegration und globale Zusammenarbeit.

Der Wechsel zu PLATON bedeutete eine grundlegende Veränderung für alle Mitarbeitenden, die täglich mit Produktdaten arbeiten. Entscheidend war deshalb, die Anwender:innen frühzeitig einzubinden und zu befähigen.

Die technische Umstellung verlangte einen breiten Kompetenzaufbau. Die Analyse zeigte jedoch, dass klassische Schulungen den Bedarf nicht deckten: Sie waren zu allgemein, schwer weltweit auszurollen und zu wenig auf konkrete Arbeitssituationen bezogen. Erschwerend kam hinzu, dass die Zielgruppen international verteilt und stark ins Tagesgeschäft eingebunden waren.

Der Lernbedarf war zweigeteilt: Alle betroffenen Mitarbeitenden sollten neue Prozesse und Datenflüsse sicher anwenden können, zugleich sollte Lernen dauerhaft als Bestandteil der Arbeit verankert werden. Dafür brauchte es klar rollenbezogene Lernwege. Zudem war die Change-Perspektive entscheidend: Lernmaßnahmen sollten nicht nur Wissen, sondern auch Vertrauen und Akzeptanz schaffen, insbesondere im Hinblick auf neue Workflows, Verantwortlichkeiten und globale Standards.

Aus der Analyse entstand ein mehrstufiges Befähigungs-Programm, das klassische Trainings durch ein flexibles digitales Lernsystem ersetzt. Die Angebote sollten modular, praxisnah und jederzeit verfügbar sein, damit Lernen die Systemumstellung dauerhaft unterstützt.

Agiles Lern- und Change-Ökosystem zur PLATON-Einführung

Geplant war eine umfassende digitale Lerndokumentation, die Trainings unterstützt, individuelles Lernen ermöglicht und später als Nachschlagewerk dient. So konnten unterschiedliche Lernbedürfnisse flexibel abgedeckt werden.

Die Entwicklung der eLearning Dokumentation folgte einem klar strukturierten, agilen Vorgehen, das technologische, organisatorische und didaktische Anforderungen von Beginn an vereinte. Nach einer intensiven Analysephase, in der Zielgruppen, Rollenprofile und Systemprozesse erfasst wurden, startete die Konzeptionsarbeit parallel zur technischen Implementierung des neuen PDM-Systems. So konnte das Enablement-Team sicherstellen, dass Lerninhalte frühzeitig an reale Arbeitsszenarien gekoppelt und unmittelbar anwendbar waren.

Der Projektverlauf gliederte sich in drei Phasen: Design, Entwicklung und Rollout nach dem Ansatz von Siemens Digital Industries Software. In der Designphase definierte das Team Lernziele, Zielgruppen und Nutzungskontexte. Zentrale Nutzergruppen wurden frühzeitig über die Siemens Xcelerator Academy qualifiziert, um ein einheitliches Grundlagenverständnis für PLATON aufzubauen.

Zentrale Anwendergruppen wurden zu den Standardfunktionen geschult und auf die Veränderungen vorbereitet. Daraus entstand eine modulare Lernreise mit allgemeinen und rollenbezogenen Inhalten, die Systemwissen mit Prozesslogik und Qualitätsanforderungen verbindet. So verstanden die Lernenden nicht nur das „Wie“, sondern auch das „Warum“ der neuen Arbeitsweise.

In der Entwicklungsphase nutzte das Team einen Methodenmix aus Web Based Trainings, und Klassenraumtrainings. Ergänzt wurde das Angebot durch Microlearning-Elemente, wie zum Beispiel Tutorials und Simulationen, die just-in-time abrufbar sind und direkt am Arbeitsplatz unterstützen. Das didaktische Design setzte auf kurze, praxisnahe Einheiten mit klaren Lernzielen und variablen Lernpfaden. Die technische Umsetzung erfolgte auf einer skalierbaren Plattform mit Performance Tracking, Mehrsprachigkeit und LMS-Integration.

Ein entscheidender Erfolgsfaktor war die frühe Einbindung der Zielgruppen. In Pilotworkshops testeten Ingenieur:innen, Projektleitende und Datenverantwortliche erste e-Learning Module und gaben Feedback zu Verständlichkeit, Relevanz und Usability. Diese Rückmeldungen flossen iterativ in die Optimierung ein und stärkten den Praxisbezug der Lerninhalte. Parallel sorgte das Kommunikationsteam mit gezielten Awareness-Maßnahmen dafür, dass Lernen als Bestandteil des Transformationsprogramms verankert wurde.

Die Kommunikation sollte Nutzen und Vorgehen transparent machen, Neugier wecken und Mitarbeitende frühzeitig einbinden. Dafür nutzte das Team internationale Informationskampagnen, Live-Formate wie Roadshows und Demos sowie Workshops zur Mitgestaltung. Ein einheitliches Erscheinungsbild sorgte für Wiedererkennung. So wurden Transparenz und Akzeptanz für PLATON gestärkt.

Change-Management ist ein integraler Baustein des Implementierungsprojekts. Es umfasste alle wesentlichen Elemente, um die Einführung von PLATON nachhaltig zu verankern: von der frühzeitigen Einbindung der Stakeholder über transparente Kommunikation und gezielte Awareness-Maßnahmen bis hin zu Trainings- und Onboarding-Formaten. Durch die Verbindung von Technologie, Didaktik und Kommunikation entstand ein Lernökosystem, das kontinuierlich weiterentwickelt wird – agil, datengestützt und konsequent nutzungsorientiert.

Suchen, finden, verstehen: PLATON-Webtrainings befähigen Mitarbeitende weltweit, digitale Werkzeuge souverän zu nutzen: ein entscheidender Erfolgsfaktor für nachhaltige Systemmigration und Datenqualität.

Wirkung und Nachhaltigkeit des PLATON-Lernökosystem

Das Lernökosystem wurde zu einem Meilenstein der digitalen Transformation von Daimler Truck. Es zeigte, dass Systemumstellungen nur dann nachhaltig gelingen, wenn Technik und Befähigung der Mitarbeitenden eng verzahnt sind. Das datenbasierte Lernkonzept stabilisierte den Übergang und etablierte eine praxisorientierte Lernkultur im Engineering.

Das Veränderungs-Management war bei PLATON durchgängig Teil des Projekts. Es band Anwender:innen früh ein, schuf Transparenz und baute Vorbehalte ab. Digitale Lernformate und Präsenztrainings wurden durch eine offene Kommunikation mit regelmäßigen Updates, Fragen-Antworten-Sammlungen und direktem Support ergänzt. So wurde der Systemwechsel als Chance für persönliche und organisatorische Weiterentwicklung wahrgenommen.

PLATON erzielte auch organisatorisch nachhaltige Wirkung: Die Lernarchitektur dient heute als Grundlage für weitere Digitalisierungsprojekte. Durch modulare Inhalte und klar definierte Rollen lassen sich neue Programme schnell ergänzen und anpassen. So unterstützt das System künftige Anforderungen und ermöglicht kontinuierliche Weiterentwicklung.

Ein zusätzlicher Mehrwert entstand durch die Verbindung von Lernen und Kommunikation: Das Projekt vermittelte nicht nur Wissen, sondern auch den Sinn und Nutzen der Transformation. Dadurch unterstützte es den kulturellen Wandel hin zu mehr Eigenverantwortung, digitaler Kompetenz und globaler Zusammenarbeit.

Das Lernökosystem hat damit nicht nur eine komplexe Systemumstellung ermöglicht, sondern ein Referenzmodell für erfolgreiche Lern- und Change-Projekte geschaffen, das methodisch fundiert, technologisch ausgereift und nachhaltig wirksam ist.

Fazit

Das Lernökosystem zeigt, wie Lernen in Transformationsprogrammen vom Begleitfaktor zum Erfolgsfaktor wird. Lernen wurde von Beginn an in das Projekt integriert und auf Rollen, Prozesse und den weltweiten Rollout abgestimmt. So entstand ein nachhaltiges System, das Wissen vermittelt, Akzeptanz schafft und Veränderung unterstützt.

Die enge Zusammenarbeit zwischen Daimler Truck AG und Siemens Digital Industries Software macht deutlich, dass erfolgreiche Befähigung weit über Technik hinausgeht: Sie vereint Didaktik, Kommunikation und Kulturwandel zu einem ganzheitlichen Ansatz.

In diesem Projekt wird partnerschaftliche Innovation mit exzellentem Organizational Change-Management verbunden – ein Vorzeige-Beispiel für eine neue Generation von eLearning-Initiativen, die digitale Transformation durch zielgerichtetes Lernen absichern und damit Maßstäbe setzen.

Vor dem Hintergrund der herausragenden Integration von Lernen, Technologie und Change-Management freut sich die Jury, das „Transformationsprojekt | Ablöse eines Altsystems“ mit dem eLearning AWARD 2026 in der Kategorie „Lernplattform“ und dem Schwerpunkt „Systemmigration“ auszuzeichnen. Herzlichen Glückwunsch!


Keytakeaways

Ausgangssituation:

  • Komplexe, historisch gewachsene PDM-Systemlandschaft führte zu Ineffizienz und Medienbrüchen.
  • Heterogene Zielgruppen, begrenzte Schulungszeit und mangelnde Skalierbarkeit klassischer Trainings.

Projektziel:

  • Aufbau eines globalen, rollenbasierten Enablement-Programms für über 7.000 Mitarbeitende.
  • Sicherstellung eines reibungslosen Systemwechsels und Etablierung einer nachhaltigen Lernkultur.

Umsetzung:

  • Entwicklung einer modularen Learning Journey mit Awareness-, Role-Based- und Microlearning-Elementen.
  • Agile Projektsteuerung, enge Nutzer:innen-Einbindung und globale Rollouts in mehreren Wellen.

Messung:

  • Kontinuierliches Tracking von Nutzungszahlen, Feedback und Kompetenzzuwachs.

Projektverantwortliche

Siemens Digital Industries Software
Sabine Dahlhaus
Principal Learning Architect
sabine.dahlhaus@siemens.com
Lindenplatz 2
20099 Hamburg
www.sw.siemens.com

Daimler Truck AG
Celina Erath
Product Owner User Enablement
celina.c.erath@daimlertruck.com
Fasanenweg 10
70771 Leinfelden-Echterdingen
www.daimlertruck.com