Einstieg im Metallbau flexibel und zukunftsfähig gestalten
Schüco Academy etabliert internationales Blended-Learning-Modell
Lange Trainingszeiten, hohe Abwesenheit vom Arbeitsplatz und fehlende Flexibilität – klassische Präsenzmodelle stoßen in der Weiterbildung zunehmend an ihre Grenzen. Besonders im Metallbau, wo qualifizierte Fachkräfte dringend gebraucht werden, ist das ein kritischer Faktor. Die Schüco Academy hat diese Herausforderung zum Anlass genommen, ihr Qualifizierungsangebot grundlegend neu zu denken – mit einem Ansatz, der Effizienz, Internationalität und Praxisnähe auf innovative Weise verbindet. Mit einem Blended-Learning-Konzept, das digitales Lernen und praktische Fertigung eng verzahnt, entstand ein Weiterbildungsmodell, das neue Maßstäbe für die Weiterbildung im Handwerk setzt.
Qualifizierte Fachkräfte sind im Metallbau gefragter denn je. Doch herkömmliche Weiterbildungsmodelle mit langen Abwesenheiten und wenig Flexibilität bremsen die Betriebe aus und erschweren den Wissenstransfer. Mehrwöchige Blockkurse mit Frontalunterricht führten in der Vergangenheit nicht nur zu Planungsproblemen, sondern belasteten auch den Betriebsalltag erheblich und boten kaum Raum, auf unterschiedliche Vorkenntnisse oder Sprachbedarfe einzugehen. Die Organisation dieser mehrtägigen Präsenzblöcke war für Betriebe zusätzlich eine erhebliche Herausforderung, da ganze Arbeitswochen im Voraus blockiert werden mussten.
Die Schüco Academy reagierte darauf nicht nur mit einem neuen Lernkonzept, sondern nahm bewusst eine Vorreiterrolle ein: Entwickelt wurde ein Blended-Learning-Modell, das digitales Lernen und praxisnahe Werkstatttrainings intelligent kombiniert. Lernende können sich digital im eigenen Tempo vorbereiten und das Wissen anschließend praktisch vertiefen – ein Ansatz, der sowohl den Betrieben als auch den Teilnehmenden spürbar mehr Flexibilität verschafft.
Damit markiert das Projekt einen Wendepunkt für die Weiterbildung im Metallbau: Digitale Lernformate sind nicht mehr nur Ergänzung, sondern fester Bestandteil einer modernen Lernkultur, die nachhaltig Wissen vermittelt und auch international ausgerollt werden kann.
Lernbedarfe

Die klassische Weiterbildung im Metallbau war lange von starren Formaten geprägt: mehrwöchige Präsenzblöcke, Frontalunterricht und feste Stundenpläne. Für die Teilnehmenden bedeutete das hohe Abwesenheitszeiten und eine enorme Belastung, während Betriebe gleichzeitig Produktionsausfälle kompensieren mussten. Hinzu kam, dass die Stofffülle in den mehrtägigen Kursen schnell zur Überforderung führte und viele Inhalte nicht nachhaltig verankert werden konnten. Flexibilität oder eine individuelle Anpassung an Vorkenntnisse waren kaum möglich.
Hinzu kam die zunehmende Internationalität: Viele Kursteilnehmende verfügen über unterschiedliche Sprachkenntnisse und Vorqualifikationen, sodass ein einheitlicher Wissenstransfer nur schwer erreichbar war. Auch Sprachbarrieren und heterogene Lerngruppen führten dazu, dass das vorhandene Potenzial nicht optimal ausgeschöpft werden konnte. Zudem war die digitale Lernkultur in vielen Handwerksbetrieben erst schwach ausgeprägt – was die Einführung neuer Formate zusätzlich erschwerte.
Die Schüco Academy erkannte daher die Notwendigkeit, neue Wege zu gehen. Ziel war es, ein Lernmodell zu schaffen, das gleichermaßen flexibel, effizient und praxisnah ist. Digitale Lernmodule sollten die theoretischen Inhalte zugänglich und wiederholbar machen, während die Präsenztrainings konsequent auf praktische Fertigung fokussieren. Damit sollte nicht nur der Lernerfolg gesteigert, sondern auch die Attraktivität der handwerklichen Ausbildung erhöht, die Fachkräftesicherung unterstützt und eine international einheitliche Ausbildungsqualität etabliert werden.
Projektverlauf
Der Projektstart bei Schüco stand unter klaren Vorzeichen: Ziel war es, die Weiterbildung im Metallbau grundlegend neu zu gestalten und digitale Lernformate fest in der Schüco Academy zu verankern. Ausgangspunkt bildet eine detaillierte Analyse der bestehenden Qualifizierungsangebote und der damit verbundenen Herausforderungen. Schnell wurde deutlich, dass klassische Kursmodelle mit langen Abwesenheiten, starren Abläufen und Frontalunterricht nicht länger tragfähig waren.
In einem ersten Schritt entwickelte die Academy ein Blended-Learning-Modell, das digitale Selbstlernphasen mit praxisorientierten Werkstatttrainings kombiniert. Lernende können sich so die theoretischen Inhalte flexibel und wiederholbar online aneignen, bevor sie diese in der Werkstatt unmittelbar in die Praxis überführen. Dieser Ansatz macht die Präsenzzeiten deutlich kürzer und fokussierter.
Die Umsetzung ist jedoch nicht frei von Hürden. Einige Trainerinnen und Trainer begegnen den neuen digitalen Formaten zunächst mit Skepsis und waren den Umgang mit Kamera und Aufzeichnung nicht gewohnt. Hinzu kommt, dass in der Zielgruppe – wie in vielen Handwerksbetrieben – eine nur schwach ausgeprägte digitale Lernkultur vorhanden ist. Um Akzeptanz zu schaffen, setzt die Schüco Academy deshalb bewusst auf enge Begleitung, praxisnahe Schulungen und transparente Kommunikation.
Ein zentraler Baustein war eine neunmonatige Testphase, in der die erste Version des Programms mit ausgewählten Teilnehmenden erprobt wurde. Die Rückmeldungen flossen systematisch in eine zweite Version ein, die didaktisch und technisch optimiert wurde. Die Academy entschied sich bewusst für einen iterativen Ansatz: Jede Version wird in enger Abstimmung mit Lernenden und Trainern weiterentwickelt, bevor sie in die nächste Stufe übergeht.
Von Beginn an wurde bei der Erstellung der Lehrmittel darauf geachtet, dass alles skalierbar und internationalisierbar ist. Die zweite Version wird dann mehrsprachig aufbereitet und auch das Material für das Praxistraining kann von internationalen Schüco Trainern genutzt werden. Damit legt Schüco den Grundstein für eine internationale Ausrichtung der Academy und eine langfristig standardisierte Ausbildungsqualität.
So entstand in kurzer Zeit ein Blended-Learning-Ansatz, der praxisnahes Lernen in der Werkstatt mit digitaler Flexibilität verbindet – und zugleich einen Kulturwandel im Handwerk anstößt.
Projektergebnis

Das Blended-Learning-Modell der Schüco Academy hat sich in kurzer Zeit als wirksame Lösung etabliert. Durch die Kombination aus digitalen Lernmodulen und kompakten Präsenzphasen können Abwesenheitszeiten in den Betrieben deutlich reduziert werden, während die Qualität der Ausbildung spürbar steigt. Lernende bereiten sich digital im eigenen Tempo vor und gehen mit einem klaren Wissensstand in die Praxis, wo sie das Gelernte unmittelbar anwenden können.
Besonders wirkungsvoll erweist sich dabei der didaktische Grundsatz „Wer fertigen lernen will, muss fertigen“. Die Präsenzphasen konzentrieren sich konsequent auf die praktische Umsetzung, während die Theorie bereits vorab digital erarbeitet wird. So entsteht ein effizientes Lernmodell, das praxisnahe Handlungskompetenz stärkt und die Lernenden gezielt auf die Anforderungen im Metallbau vorbereitet.
Die Rückmeldungen aus der neunmonatigen Testphase bestätigen die hohe Akzeptanz: Lernende schätzen die Flexibilität und Verständlichkeit der digitalen Module, Trainerinnen und Trainer heben die bessere Vorbereitung und die gesteigerte Qualität der Werkstattübungen hervor. Auch die Zahlen belegen den Erfolg: Die Teilnehmerzahlen waren von Beginn ab sehr hoch und steigen kontinuierlich an, die Abschlussquoten sind auf sehr hohem Niveau und die Bewertungen der Lernenden liegen konstant im oberen Bereich. Damit wird die Wirksamkeit des Modells nicht nur subjektiv, sondern auch messbar bestätigt.
Darüber hinaus eröffnet das Projekt neue Perspektiven für die Academy. Die Inhalte werden für internationale Märkte übersetzt und lokale Trainer befähigt, das Modell eigenständig umzusetzen. Die Lerninhalte stehen mittlerweile in mehreren Sprachen zur Verfügung, sodass auch internationale Teams einheitlich geschult werden können. Damit ist Schüco in der Lage, die Ausbildungsqualität weltweit zu standardisieren und langfristig auf einem hohen Niveau zu sichern.
Ein weiterer Effekt zeigt sich bei den Trainern: Aus anfänglicher Skepsis wird aktive Mitgestaltung. Heute sind die Ausbildenden selbst Multiplikatoren der neuen Lernkultur und tragen maßgeblich dazu bei, die digitalen Formate weiter zu etablieren.
Auch die Nachhaltigkeit des Ansatzes wird sichtbar: Nach der optimierten zweiten Version ist bereits eine dritte Entwicklungsstufe in Arbeit, die auf KI-gestützte Videoinhalte setzt. Damit soll die Lernplattform kontinuierlich weiterentwickelt und an die wachsenden Anforderungen angepasst werden.
Das Projektergebnis zeigt deutlich: Schüco ist es gelungen, ein innovatives, international skalierbares Qualifizierungsmodell zu etablieren, das Effizienz, Praxisnähe und digitale Innovationen in einer nachhaltigen Lernarchitektur vereint.
Fazit
Mit dem neuen Blended-Learning-Modell hat die Schüco Academy gezeigt, wie Weiterbildung im Handwerk erfolgreich in die digitale Zukunft geführt werden kann. Was früher durch lange Präsenzblöcke geprägt war, ist heute eine flexible Kombination aus digitalen Lernmodulen und praxisnahen Werkstatttrainings. Damit werden Fachkräfte nicht nur effizienter qualifiziert, sondern auch besser auf die realen Anforderungen vorbereitet.
Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist die konsequente Ausrichtung an den Bedürfnissen von Lernenden, Trainern und Betrieben. Die digitale Vorbereitung ermöglicht ein individuelles Lerntempo, während die Praxisphasen gezielt für handlungsorientiertes Training genutzt werden. So entsteht eine nachhaltige Lernkultur, die Effizienz mit Qualität verbindet.
Darüber hinaus entfaltet das Projekt Signalwirkung über Schüco hinaus. Als einer der ersten Anbieter im Metallbau setzt das Unternehmen einen Benchmark für die digitale Qualifizierung im Handwerk und beweist, dass auch traditionell geprägte Branchen erfolgreich auf Digital-First-Ansätze setzen können. Der internationale Rollout mit Übersetzungen und lokal befähigten Trainern unterstreicht die Tragweite des Projekts ebenso wie die geplante Weiterentwicklung mit KI-gestützten Inhalten.
Damit wird deutlich: Schüco hat nicht nur eine interne Lösung geschaffen, sondern ein Best-Practice-Modell etabliert, das als Orientierung für die gesamte Branche dienen kann. Für diese Leistung verleiht die Jury den eLearning AWARD 2026 in der Kategorie „Blended Learning“ mit dem Schwerpunkt „Metallbau-Branche“. Herzlichen Glückwunsch!
Keytakeaways
Ausgangssituation:
- Die Qualifizierung erfolgte bislang in 14-tägigen Präsenzkursen – mit hohen Kosten und langen Abwesenheiten.
- Sprachbarrieren und heterogene Vorkenntnisse erschwerten zusätzlich den Lernerfolg.
Projektziel:
- Ein flexibles Blended-Learning-Modell sollte Präsenzzeiten verkürzen, digitale Vorbereitung ermöglichen und die Ausbildung für unterschiedliche Vorkenntnisse und Sprachen zugänglich machen.
Umsetzung:
- Entwicklung digitaler Lernmodule und praxisorientierter Werkstatttrainings in mehreren Sprachen.
- Pilotphasen mit Feedback sorgten für eine kontinuierliche Optimierung und hohe Akzeptanz.
Messung:
- Wissenstests, Monitoring der Selbstlernphasen sowie systematisches Feedback sichern Lernerfolg und Praxisrelevanz – und ermöglichen eine fortlaufende Weiterentwicklung des Kurses.
Projektverantwortliche
Schüco International KG
Silke Bierbaß
Teamleitung Technische Trainer
sbierbass@schueco.com
Karolinenstraße 1-15
33609 Bielefeld
www.schueco.com
Jens Wieseler
Teamleiter Learning & Development
jwieseler@schueco.com
Karolinenstraße 1-15
33609 Bielefeld
www.schueco.com




