Immersives Lernen: Wie können berufliche Bildungsmaßnahmen durch interaktive Technologien wie AR verbessert werden?

Unternehmen investieren eine erhebliche Menge an Aufwand und Geld in die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden. In Zeiten von Fachkräftemangel und demografischem Wandel wird es immer wichtiger, diese Maßnahmen möglichst effizient und effektiv zu gestalten. Doch wie können immersive Technologien wie Augmented Reality (AR) dazu beitragen, diese Prozesse zu verbessern?

Durch den zunehmenden Fachkräftemangel und den bevorstehenden Abgang der Babyboomer-Generation wächst der Druck auf Unternehmen, sicherzustellen, dass sie auch in Zukunft über gut ausgebildetes Personal verfügen, das in der Lage ist, komplexe Abläufe im täglichen Betrieb souverän zu meistern. Einerseits geht es darum, neue Mitarbeitende erfolgreich an das Berufsleben heranzuführen. Andererseits müssen Unternehmen dafür sorgen, dass bestehendes Fachwissen erhalten bleibt – etwa durch das Ausscheiden älterer Mitarbeitender.

Je nach Tätigkeitsgebiet stehen Unternehmen im Bereich Training und Weiterbildung vor ganz unterschiedlichen Anforderungen. Auszubildenden müssen Prozesse praxisnah vermittelt werden, gleichzeitig verhindern betriebliche Realitäten oft eine direkte, hautnahe Lernerfahrung.

Im Maschinenbau beispielsweise müssen Abläufe direkt an den Anlagen erlernt werden. Dies steht jedoch im Gegensatz zur Realität, dass laufende Prozesse – insbesondere in der Produktion – aus wirtschaftlichen Gründen nicht einfach unterbrochen werden können. Ein weiteres Beispiel ist die Chemieindustrie: Hier laufen viele Prozesse in gefährlichen Umgebungen ab, die besondere Schutzmaßnahmen erfordern und eine praxisnahe Ausbildung stark erschweren. Auch im medizinischen Bereich werden Lernende mit hochkomplexen und oft abstrakten Abläufen im menschlichen Körper konfrontiert. Hier hilft die Integration interaktiver Komponenten in die Ausbildung, um diese Prozesse greifbarer zu machen und nachhaltig zu verinnerlichen.

Hinzu kommt, dass moderne Lernpsychologie belegt: Menschen lernen besonders nachhaltig, wenn sie Inhalte nicht nur passiv konsumieren, sondern aktiv erleben und anwenden können. Je mehr Sinne in den Lernprozess eingebunden sind, desto stärker verankert sich Wissen im Langzeitgedächtnis. Genau hier setzen immersive Technologien an: Sie schaffen eine Umgebung, in der Lernende aktiv handeln, Fehler risikofrei machen und sofortige Rückmeldungen erhalten.

Traditionelle Lernmethoden stoßen oft an ihre Grenzen, da Inhalte lediglich mit eingeschränkter Motivation und Begeisterung aufgenommen werden. Wenn Lerninhalte jedoch interaktiv gestaltet und nicht nur vorgetragen, sondern auch erlebt werden, verändert sich die Wahrnehmung der Lernenden erheblich – die Inhalte werden intensiver aufgenommen und bleiben besser im Gedächtnis.

Mittlerweile gibt es zahlreiche Studien, die den Effekt immersiver Technologien wie Virtual Reality (VR) und Augmented Reality im Vergleich zu herkömmlichen Lernmethoden untersucht haben.

Eine Untersuchung von PwC ergab beispielsweise, dass Lernende, die mithilfe von VR trainieren, bis zu viermal so schnell geschult werden können wie in klassischen Lernumgebungen. Zudem gaben sie an, sich um 275 % sicherer zu fühlen, das erworbene Wissen in der Praxis anzuwenden.

Auch Studien der Stanford University zeigen, dass der Einsatz von Extended-Reality-Technologien (XR) – zu denen auch AR zählt – die Effektivität von Trainingsmaßnahmen im Durchschnitt um 76 % steigert.

Ein anschauliches Praxisbeispiel liefert die Deutsche Bahn: Mit der QR-Code-Technologie von 3DQR können Auszubildende einfach einen QR-Code mit dem Smartphone oder Tablet scannen und sofort auf interaktive Lerninhalte zugreifen. Diese Form des Lernens steigert nachweislich die Motivation der Teilnehmenden und sorgt dafür, dass die Inhalte durch den interaktiven Charakter von AR besser verstanden werden und länger im Gedächtnis bleiben.

Es zeigt sich also deutlich, dass immersive Technologien wie AR und VR die Motivation der Lernenden erheblich steigern. Inhalte, die mithilfe dieser Technologien vermittelt werden, werden deutlich nachhaltiger aufgenommen als in klassischen Lernumgebungen. Neben dem Motivationsaspekt helfen sie zudem, eine Vielzahl betrieblicher Herausforderungen im Trainingskontext zu überwinden.

Ein großer Vorteil dieser Technologien ist, dass sie zeit- und ortsunabhängig eingesetzt werden können. Ausbilder und Auszubildende müssen also nicht gleichzeitig am selben Ort sein. Dies ist insbesondere für große Unternehmen mit mehreren Standorten oder internationalen Ausbildungszentren von Bedeutung, wo sich gemeinsame Präsenztrainings nicht immer realisieren lassen. Darüber hinaus können Lernende durch diese Unabhängigkeit die Inhalte auch außerhalb fester Trainingszeiten in einer vertrauten Umgebung erneut abrufen und vertiefen. Dies gilt insbesondere bei Anbietern, die Multi-Device-Lösungen bereitstellen und den Zugriff über Smartphones, Tablets oder Browser ermöglichen.

Gerade in Branchen mit hohen Risiken – wie der Chemieindustrie oder der Metallurgie – bieten immersive Technologien entscheidende Vorteile. Sie ermöglichen eine realitätsnahe Lernerfahrung, ohne dass sich Lernende den Gefahren eines echten Einsatzortes aussetzen müssen. Aber auch in kundenorientierten Branchen wie dem Einzelhandel, der Gastronomie oder im Tourismus können Mitarbeitende mithilfe von AR und VR realistische Szenarien üben: vom Umgang mit Kundinnen und Kunden bis hin zu komplexen Serviceprozessen.

Eine weitere Herausforderung in Organisationen, die sich bereits im Prozess der Digitalisierung befinden, ist die große Menge an Schulungsunterlagen. Häufig sind relevante Inhalte auf zahlreiche PDF-Dateien, PowerPoint-Präsentationen und Handbücher verteilt, was eine konsistente Wissensvermittlung erschwert. Für neue Mitarbeitende bedeutet das einen mühsamen und oft frustrierenden Einstieg. AR und VR bieten hier den Vorteil, Wissen zentral digital bereitzustellen und flexibel an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen.

Durch den gezielten Einsatz von Augmented und Virtual Reality werden Aus- und Weiterbildungsprozesse in Unternehmen interaktiver, effektiver und effizienter. Die Motivation der Lernenden steigt, Inhalte werden besser verinnerlicht, und die Teilnehmenden fühlen sich sicherer bei der Anwendung in der Praxis. Unternehmen profitieren von praxisnahen Ausbildungsformaten – auch in risikobehafteten Umgebungen – sowie von der Möglichkeit, Lernen unabhängig von Ort und Zeit zu gestalten. Dies ist gerade für internationale Teams in unterschiedlichen Zeitzonen ein enormer Vorteil. Aber ebenso für große Organisationen mit mehreren Standorten, oder für Unternehmen, die in Branchen tätig sind, wo die Arbeit strenge Sicherheitsvorkehrungen erfordert. Zudem können digitale Inhalte an einem zentralen Ort gebündelt und mit geringem Aufwand regelmäßig aktualisiert werden.


Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie die Deutsche Bahn Augmented Reality bereits heute einsetzt, um ihre Ausbildung effizienter zu gestalten, finden Sie hier weitere Informationen: https://3dqr.de/deutsche-bahn-training/

Und wenn Sie mehr allgemeine Informationen zu den Themen Augmented Reality, Virtual Reality und Mixed Reality erhalten wollen, finden Sie hier unseren Leitfaden dazu: https://3dqr.de/augmented-reality-leitfaden/