LXT Authoring

Wer regelmäßig digitale Lerninhalte erstellt, kennt die Herausforderung: Inhalte sollen didaktisch sinnvoll aufgebaut, optisch ansprechend gestaltet und gleichzeitig effizient produziert sein. Gerade wenn mehrere Personen am Projekt beteiligt sind oder didaktisches Know-how fehlt, stößt man mit klassischen Autorentools schnell an Grenzen. Genau hier setzt LXT Authoring an und kombiniert ein strukturiertes Baukastensystem mit KI-gestützter Unterstützung bei Konzeption und Inhaltserstellung. Zwei Jahre nach unserem ersten Test haben wir das Tool erneut unter die Lupe genommen und finden eine Lösung vor, die insbesondere im Bereich der Didaktik-KI eine bemerkenswerte Entwicklung gemacht hat.

Content-Produktion im WordPress-Stil

Bereits vor 2 Jahren konnte das LXT Authoring-Tool der Bildungsinnovator GmbH einen starken Eindruck hinterlassen. Das Tool setzt auf ein Baukasten-Prinzip, das die Gestaltung von eLearning-Inhalten deutlich vereinfacht. Inhalte werden dabei über sogenannte „Reihen“ strukturiert, die anschließend mit verschiedenen Elementen befüllt werden. Unterstützt wird dieser Aufbau durch eine didaktische Grundstruktur, die bei der Erstellung sinnvoller und lernwirksamer Kurse helfen soll.

Die Auswahl an verfügbaren Elementen ist mit über 30 Bausteinen beachtlich. Neben klassischen Formaten wie Text, Bild, Audio oder Video stehen auch eine Vielzahl interaktiver Aufgabentypen zur Verfügung, etwa Hotspot-Übungen, Zuordnungsaufgaben oder Lückentexte. Für den didaktischen Feinschliff sorgt der Didaktik-Architekt, mit dem sich Lernziele und pädagogische Absichten auf Ebene einzelner Inhalte einsehen lassen.

Besonders innovativ zeigte sich das Tool bereits damals mit der Integration von ChatGPT. Über eine einfache Eingabemaske lassen sich KI-generierte Textvorschläge direkt in das jeweilige Element einfügen. Diese Funktion kann sowohl Zeit sparen als auch die Ideenfindung unterstützen.

Ein weiterer Pluspunkt war die Aufgabenverwaltung, die das kollaborative Arbeiten innerhalb von Projekten erleichtert. Aufgaben lassen sich auf Seitenebene anlegen, an Teammitglieder zuweisen, mit Fristen versehen und mit Dateien oder Sprachnachrichten ergänzen. So lassen sich auch komplexere Feedback- und Review-Prozesse systematisch abbilden.

Die Didaktik-KI im Einsatz

Eine der sichtbarsten Weiterentwicklungen des LXT Authoring ist die neue Didaktik-KI, welche die didaktische Unterstützung der Autor:innen deutlich erweitert. Während der bisherige Didaktik-Architekt vor allem bei der Zieldefinition auf Seitenebene zum Einsatz kam, übernimmt die KI nun eine zentrale Rolle in der Konzeption ganzer Trainingsmodule. Grundlage dafür ist ein mehrstufiger Prozess, bei dem Autor:innen zunächst eigene Inhalte wie PDFs, Videos oder Präsentationen hochladen können. Die KI analysiert das Material und schlägt darauf basierend thematische Schwerpunkte vor, die als Ausgangspunkt für die weitere Ausgestaltung dienen.

Im nächsten Schritt erfolgt eine Zielgruppenanalyse, bei der unter anderem Rolle, Altersgruppe, Motivation und Vorerfahrung der Lernenden erfasst werden. Anhand dieser Angaben erstellt die KI ein erstes didaktisches Konzept, das die drei Kernbereiche Wollen, Verstehen und Tun berücksichtigt. Die vorgeschlagene Gewichtung dieser Kategorien wird transparent begründet und grafisch aufbereitet. Auf diese Weise entsteht ein didaktischer Rahmen, der sowohl Orientierung bietet als auch Freiraum für individuelle Anpassungen lässt.

Anschließend generiert die KI eine erste Struktur des Lernmoduls. Diese besteht aus sogenannten Lernkarten, die jeweils ein Lernziel, eine Leitfrage und einen inhaltlichen Entwurf enthalten. Auch passende Medienvorschläge und Titelvarianten werden direkt mitgeliefert. Besonders praktisch ist die Möglichkeit, bereits vorhandene Inhalte einzelnen Karten zuzuordnen, sodass bestehendes Material nahtlos integriert werden kann.

Die generierten Inhalte sind dabei keineswegs als starre Vorgabe zu verstehen. Vielmehr liefern sie ein solides Grundgerüst, das bei Bedarf erweitert, überarbeitet oder ersetzt werden kann. Darüber hinaus gilt natürlich auch bei der Didaktik-KI, dass die Inhalte nochmal auf Richtigkeit überprüft werden müssen. Immer wieder haben sich kleinere Fehler oder unpassende Inhalte eingeschlichen, die sich aber recht schnell beheben bzw. ausbessern lassen. In der Summe funktionierte der KI-Prozess aber reibungslos und bot sowohl für erfahrene als auch weniger geübte Autor:innenteams eine spürbare Entlastung in der Konzeptionsphase.

Inhalte, Fragen und Bilder auf Knopfdruck

Neben der didaktischen Konzeptionshilfe unterstützt die neue Version des LXT Authoring außerdem noch ausführlicher bei der inhaltlichen Ausarbeitung einzelner Elemente. Autor:innen können im Arbeitsprozess gezielt auf KI-Funktionen zurückgreifen, um beispielsweise Fragen, Antwortoptionen, Bilder oder Texte automatisch erstellen zu lassen. Die Umsetzung erfolgt jeweils kontextbezogen innerhalb der jeweiligen Komponente, etwa beim Aufbau eines Quiz oder bei der Bebilderung einer Lernkarte.

Möchte man sich beispielsweise eine Anregung oder einen Entwurf für eine Testfrage geben lassen, dann bietet das System eine Auswahl geeigneter Fragestellungen an, die thematisch auf den bisherigen Inhalt abgestimmt sind. Anschließend kann man eine von mehreren vorgeschlagenen Fragen übernehmen oder sich weitere Alternativen generieren lassen, wenn man mit den Vorschlägen unzufrieden ist. Abschließend schlägt die KI passende Antwortoptionen vor, darunter auch bewusst falsche Aussagen zur Differenzierung.

Auch im Bereich der Mediengestaltung bietet die KI inzwischen Unterstützung. Über ein eigenes Menü kann auf Basis kurzer Textbeschreibungen eine Auswahl passender Bilder generiert werden. Zur Verfügung stehen dabei verschiedene Stile und Formate, von fotografisch bis illustrativ. Die Integration der erzeugten Bilder erfolgt direkt im Editor, sodass keine zusätzliche Bearbeitung erforderlich ist. Gerade in Fällen, in denen keine eigenen Bildressourcen vorliegen, kann diese Funktion den Arbeitsaufwand deutlich reduzieren bzw. die Attraktivität der Lerneinheit erhöhen.

Unterm Strich erweitert die KI damit nicht nur die konzeptionelle, sondern auch die operative Content-Erstellung innerhalb von LXT Authoring. Die automatisierten Vorschläge sind keine Komplettlösung, erleichtern aber den Arbeitsalltag spürbar und können insbesondere bei Routineaufgaben eine echte Zeitersparnis darstellen.

Fazit

Die Weiterentwicklung des LXT Authoring-Tools zeigt eindrucksvoll, welche Mehrwerte ein sinnvoller Einsatz von KI heutzutage in der Content-Produktion bieten kann. Die Kombination aus strukturiertem Baukastensystem, durchdachter didaktischer Logik und KI-gestützter Assistenzfunktionen bietet Autor:innen eine professionelle Arbeitsumgebung, die sowohl Einsteiger:innen als auch erfahrene Anwender:innen abholt. Ein besonderes Highlight ist die Didaktik-KI, die nicht nur bei der Grobkonzeption, sondern auch bei der inhaltlichen Ausgestaltung einzelner Elemente wertvolle Unterstützung bietet. Dennoch bleibt den Autor:innen stets die treibende Kraft und die KI-Ergebnisse können jederzeit überprüft, angepasst oder ganz verworfen werden. Vor diesem Hintergrund vergibt die Redaktion des eLearning Journals für das LXT Authoring der Bildungsinnovator GmbH mit einem Score von 95 Punkten die Note „Exzellent“.