Lernplattform von 360Learning

Lernmanagementsysteme haben in den letzten Jahren eine umfassende Entwicklung durchgemacht. Vorbei sind die Zeiten, in denen ein typisches LMS den Charme der 90er versprühte. Heutzutage gehören eine ansprechende Benutzeroberfläche, eine gute Usability und ein grundlegendes Funktionspaket von Benutzer- und Kursverwaltung bis hin zum Reporting zum „Standard“ eines modernen LMS. Vor diesem Hintergrund setzen LMS-Anbieter immer wieder auf zusätzliche Funktionen, um sich mit einem oder mehreren Alleinstellungsmerkmalen von der Masse abzuheben. Im Rahmen unserer Testreihe hatten wir die Möglichkeit, mit der 360Learning-Plattform einen solchen Kandidaten unter die Lupe zu nehmen, bei dem vor allem das Trendthema „Kollaboratives Lernen“ im Mittelpunkt steht.

Das LMS für kollaboratives Lernen?

Beim ersten Login wird schnell deutlich, dass sich die Lernplattform von 360Learning beim „Look&Feel“ an den etablierten Standards orientiert. Die persönliche Startseite eines Lernenden ist aufgeräumt und setzt auf die mittlerweile typische Kacheloptik („Netflix-like“), um einerseits zugewiesene bzw. angefangene Kurse zu listen sowie andererseits möglicherweise interessante Lerninhalte vorzuschlagen. Eine KI trägt im Hintergrund dazu bei, dass diese Vorschläge möglichst relevant für den Lernenden sind. Darüber hinaus verfügt die Plattform über ein integriertes Kompetenzmanagement. Jedem Kurs oder Lernpfad können vordefinierte Kompetenzen zugewiesen werden, wodurch es möglich wird, den Lernenden ein strukturiertes Lernangebot zu bieten, wenn diese eine bestimmte Kompetenz erwerben möchten.

Bereits auf der Startseite wird allerdings auch das große Alleinstellungsmerkmal von 360Learning sichtbar: Collaborative Learning. Der Ansatz des kollaborativen Lernens und Arbeitens zieht sich wie ein roter Faden durch die verschiedenen Funktionen der Lernplattform. Auf der Startseite, aber auch in Kursen findet sich auf der rechten Bildschirmseite das sogenannte „Forum“ – ein Nachrichten-Bereich, in dem die Teilnehmer einer Gruppe miteinander kommunizieren können. Dabei hat jede Gruppe, wie z.B. eine Abteilung, einen eigenen Bereich und ist dadurch quasi „unter sich“. Über das Forum können Gruppenmitglieder auf interessante Lerninhalte aufmerksam machen, Feedback geben, eine Frage stellen oder auch einfach Erfahrungen und Wissen austauschen.

Eine besondere Rolle spielt das Forum in den eigentlichen Modulen und Lernpfaden. Bei jeder Aktivität eines Moduls können die Lernenden standardisiertes Feedback geben und z.B. angeben, dass diese Aktivität ihnen gefallen hat, sie etwas gelernt oder ggf. auch nicht verstanden haben. Darüber hinaus können Lernende zu Protokoll geben, wenn ein Lerninhalt ihrer Einschätzung nach veraltet und damit nicht mehr aktuell bzw. korrekt ist. Über eine Kommentierung kann man den Autor des Lerninhalts anschließend gezielt auf die Stelle aufmerksam machen, die ggf. überarbeitet werden muss. Zusätzlich können Lernende zum Abschluss eines Moduls angeben, ob die Inhalte hilfreich waren oder nicht. Dieses Feedback trägt in zweierlei Hinsicht zur Qualitätssicherung der Lerninhalte bei. Zum einen geht der Hinweis direkt an den Autor des Kurses, wodurch dieser die Möglichkeit hat, die entsprechende Stelle zu begutachten und anzupassen. Zum anderen geht das Teilnehmerfeedback in einen sogenannte „Relevanzscore“ ein, welcher für jedes Modul geführt wird. Dieser Relevanzscore kann über das Dashboard von Autoren und Führungskräften eingesehen werden und reicht von -100 bis +100, basierend auf den Relevanz-Reaktionen der Teilnehmer. Dadurch wird auf einen Blick sichtbar, wenn es bei einem Modul scheinbar ein Problem gibt, etwa weil die Teilnehmer die Inhalte nicht als relevant betrachten, etwas nicht verstehen oder Fehler enthalten sind.

Die Lernplattform von 360Learning verbindet einen modernen Look mit einer guten Usability und dem Ansatz des kollaborativen Lernens, mit dem das Wissen und die Kompetenzen der Kollegen sichtbar und nutzbar gemacht wird.

Mitarbeiter machen ihre Lernbedarfe sichtbar

Der Einfluss der Mitarbeiter auf die Lerninhalte endet jedoch nicht mit der Option, zielgerichtetes Feedback zu geben. Eine weitere Besonderheit der Lernplattform ist die Möglichkeit, einen Lernbedarf zu formulieren und einzureichen. Über eine Vorlage kann jeder Mitarbeiter seinen Lernbedarf benennen, welches Problem durch diese Schulung seiner Ansicht nach gelöst wird, wer davon betroffen ist und welche potentiellen Vorteile eine Schulung zu diesem Bedarf mit sich bringen kann. Zusätzlich kann eine Expertin oder ein Experte vorgeschlagen werden, wenn man z.B. weiß, wer für diesen Lernbedarf in Frage kommen könnte. Ist ein Lernbedarf eingereicht, haben andere Gruppenmitglieder die Möglichkeit, diesen zu kommentieren und „hochzuvoten“. So wird schnell deutlich, ob es für das Thema einen breiteren Bedarf gibt und sich die Erstellung einer entsprechenden Schulung auch lohnt. Wird ein ausreichender Mehrwert für die Gruppe sichtbar, kann der Lernbedarf in wenigen Schritten zu einem neuen Projekt umgewandelt werden.

Kollaborative Content-Erstellung

Auch bei der Erstellung von Lerninhalten wird der kollaborative Gedanke der Lernplattform beibehalten. Die Lernplattform verfügt über ein integriertes Autorentool, mit dem Module, Lernpfade und Lehrgänge erstellt werden können. Dabei bietet die Plattform für die Erstellung allerlei Hilfestellungen und Tipps. Möchte man beispielsweise ein neues Modul anlegen, kann man entweder eine leere Struktur auswählen oder eine Vorlage nutzen, wie z.B. für Onboarding- oder Compliance-Schulungen, die bereits über eine Vorstrukturierung verfügen. Ist ein neuer Kurs angelegt, kann der Hauptautor weitere Mitarbeitende als Co-Autoren und Übersetzer benennen. Anschließend kann der Hauptautor zielgerichtet Informationen oder Input von den Mitarbeitern erfragen. So lassen sich beispielsweise Fachexperten, die über inhaltlich relevantes Wissen verfügen, optimal in einen Produktionsprozess einspannen, ohne dass diese selbst über didaktische Kompetenzen verfügen müssen. Außerdem verfügt die Plattform über eine integrierte Video- und Screencast-Funktion, sodass Fachexperten ohne größeren Aufwand auch Videos zu einem Modul beisteuern können.

Fazit

Im Zeitalter des demografischen Wandels und dem damit verbunden Fachkräftemangels kann Collaborative Learning dazu beitragen, dass Mitarbeiter besser voneinander lernen und damit in neue Rollen hinein- wachsen können. Darüber hinaus kann eine kollaborative Lernplattform dazu beitragen, dass institutionelles Wissen trotz Turnover und Renteneintritten besser gesichert werden kann. Genau an dieser Stelle setzt die Lernplattform von 360Learning mit einem durchdachten Kollaborations-Konzept an. Konsequent wird der gemeinsame (Erfahrungs-)Austausch sowie das Einbinden der vorhandenen Kompetenzen zwischen den Kollegen unterstützt. Darüber hinaus bietet die Plattform alle wichtigen Funktionalitäten und eine moderne Optik, die man heutzutage von einem zeitgemäßen LMS erwartet. Aus diesen Gründen zeichnet die Redaktion des eLearning Journals die Lernplattform von 360Learning mit einem Score von 91 Punkten mit der Note „Exzellent“ aus.