Webparade 04: 5 Antworten von Thomas Schmidt

03.09.2020 | Lesezeit ca. 2 Minuten
Autor: Thomas Schmidt

Thomas Schmidt von der TÜV Rheinland Akademie GmbH nimmt an der Webparade teil. “ In meinen Antworten nähere ich mich Dr. Markus Blaschka an, der auch von Werkzeugen spricht. “, teilte der Produktmanager für Personenzertifizierung mit. Hier können Sie seine Antworten lesen.

Was verändert sich für Trainer*innen durch COVID-19?

Einige Trainer*innen haben bislang ausschließlich auf Präsenztrainings gesetzt. Von heute auf morgen mussten die Livetrainings in eine Zwangs-Pause. Die Nachfrage nach digitalen Lernformaten ist enorm gestiegen. Das bedeutet für eine Großzahl an Trainer*innen einen Perspektivwechsel: Sie als Trainer*innen werden oft zu Teilnehmer*innen von Ausbildungen zu Online-Trainern. Dadurch lernen sie selbst neue Online-Methodenkompetenzen. Sie nehmen neue Werkzeuge in die Hand und probieren diese aus.

Was sind die größten Herausforderungen für Trainer*innen im Umgang mit diesen Veränderungen?

Die größte Herausforderung liegt darin, die Konzepte der Präsenz-Trainings in Konzepte für Online-Trainings umzuwandeln. Dabei sind die Rahmenbedingungen anders: Wie können Trainer*innen Erfahrungslernen (aktive Übungen) in Online-Trainings überführen? Wie passen sie eine Übung an, die bislang im Seminarraum mit Legosteinen durchgeführt wurde?

Darüber hinaus können Teilnehmer*innen am anderen Ende des Bildschirmes schnell abgelenkt sein, Trainer*innen sind aufgefordert, die Aufmerksamkeit der Teilnehmer*innen zu sichern und in einen Dialog mit ihnen zu treten. Methodenwechsel sind das A&O. Die Online-Seminare lebendig, unterhaltsam und kurzweilig zu gestalten ist die Kunst.

Zugleich unterscheiden sich die Wirkungsmechanismen von Trainer*innen bei Online-Seminaren. Nur reduziert kann mit dem eigenen Körper gearbeitet werden, Gestik und Mimik wirken anders. Dem Gesicht und einer „frischen“ Sprache werden mehr Bedeutung zuteil.

Was ist hilfreich im Umgang mit diesen Herausforderungen?

Es existiert eine schier unermessliche Anzahl digitaler Tools. Die Frage nach dem geeigneten Videokonferenzsystem steht ganz zu Beginn. Daneben gibt es eine reichhaltige Palette an praktischen Tools wie eine Online-Pinnwand (z.B. Padlet), die für Interaktion im Training sorgen. Welche sind die passenden? Es erfordert zugegebenermaßen Ausdauer, die geeigneten auszusuchen und einzusetzen. Ergiebig ist der Erfahrungs-Austausch in einer Peergroup, um sich unter Trainerkolleg*innen Tipps und Inspiration zu holen.

Die Zeit im Live-Online-Training ist kostbar. Das Thema Selbst-Lernen hat deshalb eine hohe Relevanz. Trainer*innen können den Teilnehmer*innen zur Vor- und Nachbereitung Inhalte und Aufgaben geben. Sie dürfen eigene “Werkstücke” zuhause anfertigen. Damit steigt ihre Eigenverantwortung. Lern-Themen sollten in didaktisch sinnvolle und „appetitliche“ kleine Lerneinheiten (learning nuggets) verpackt werden. Die wertvolle gemeinsame Zeit des Live-Online-Trainings wird gezielter genutzt.

Welcher Nutzen ergibt sich aus den Veränderungen für Organisationen und Trainer*innen?

Der Schub in Richtung digitaler Formate wird anhalten. Garantiert werden auch in der Post-Corona-Zeit vermehrt digitale Elemente eingesetzt.

Die digitale Methodenkompetenz von Trainer*innen und Teilnehmer*innen wird gestärkt. Das sorgt für eine Angebotserweiterung: Seminare können in Präsenz- oder auch Online- oder Blended-Form genutzt werden.

Was sollten Trainer*innen können, um weiterhin erfolgreich zu sein?

Trainer*innen sollten Ihren Werkzeugkoffer prall füllen: Für Präsenz-Trainings gleichsam wie für Online-Live-Trainings. Wer in beiden Bereichen handwerken kann und sie mischt (Blended Learning) ist gut vorbereitet. Dazu gehört auch, die Möglichkeiten und Grenzen der einzelnen Lernformate zu kennen.

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